Was ist Digitaldruck?

Perfekt geeignet für Kleinstauflagen
von RHKD 3 Monaten
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Wie das so ist mit Trends: von den einen geliebt, von den anderen gehasst. Allerorten tönt es, Digitaldruck sei ein ganz heißer Trend in der Druckindustrie. Dabei ist das Verfahren weder neu noch umstritten. Vielmehr ist es die folgerichtige Entwicklung innerhalb der umfassenden, stetig voranschreitenden Digitalisierung. Sie benötigen eine kleine Auflage und haben wenig Zeit? Dann sollten Sie sich näher mit dem Digitaldruck befassen.

Entwicklung des Digitaldrucks

Fast das ganze 20. Jahrhundert dominierte der Offsetdruck die Welt der gedruckten Medien. Für Bücher, Zeitungen, Verpackungen und alle werbenden Botschaften war – und ist – der Offsetdruck uneingeschränkt geeignet. Nicht nur die Qualität in puncto Farbechtheit und Schärfe überzeugt. Auch die Vielseitigkeit der zu bedruckenden Untergründe (neben Papieren ebenso Glas, Kunststoff, Keramik usw.) lässt kaum Wünsche offen.

Im Gegensatz zum Offsetdruck benötigt der Digitaldruck keine fixe Druckform. Die Vorlage wird unmittelbar vom Computer an die Druckmaschine übermittelt. Sie kennen das System: Sowohl Tintenstrahldrucker als auch Laserdrucker arbeiten nach diesem elektrofotografischen Prinzip. Und auch vom Fotokopieren ist Ihnen der Digitaldruck aller Wahrscheinlichkeit nach in der Praxis geläufig. Dieses letzte Beispiel zeigt, dass das digitale Drucksystem auf eine lange Geschichte zurückblickt: Auf Elektrofotografie basierte Kopiergeräte kamen schon in den 1950ern auf den Markt.

In der Industrie kommen sowohl Tintenstrahldrucker als auch Laserdrucker zum Einsatz. Erstere eignen sich insbesondere für spezielle Untergründe (Etiketten, Aufkleber usw.). Letztere sind – wie im Heimbereich – kostspieliger in der Anschaffung und im Betrieb. Dafür überzeugen sie jedoch bei Leistung und Qualität des Druckbildes.

Vorteile

Worin bestehen die Vorteile des Digitaldrucks? Die Druckbögen können flexibler gehandhabt und mit unterschiedlichen Vorlagen bedruckt werden, ohne dass erst eine neue Vorlage eingerichtet werden muss. Vor allem mehrseitige Dokumente lassen sich so rasch und unkompliziert drucken. Auch das anschließende Zusammentragen oder Sortieren entfällt hierbei. Nicht zuletzt liegt ein Vorteil für die Druckerei darin, dass sich die Maschinen leicht warten lassen.

Dies alles führt dazu, dass sich kleine Auflagen bis hin zu Einzeldrucken rechnen. Vor allem, wenn sie zeitnah umgesetzt werden müssen. Zu den bekanntesten Produkten zählen beispielsweise Fotobücher oder Print-on-demand-Drucksachen wie Bücher im Privat- oder Selbstverlag.

Nachteile

Für den ungeübten Beobachter erschließen sich feine Qualitätsunterschiede in der Farbwiedergabe oder der Randschärfe nicht auf den ersten Blick. Doch im Bereich des Kunstbuchs etwa kann der Digitaldruck dem Offsetdruck – noch – nicht das Wasser reichen. Ein weiterer Nachteil liegt beim Druck auf Papier in der Formatgröße, da die Maße der Druckbögen hier die Obergrenze festlegen.

Schließlich eignen sich digitale Printprodukte nicht für den Einsatz im Laserdrucker zu Hause. Der Grund: Im industriellen Verfahren wird die Farbe mittels großer Hitze auf den Träger gebracht. Ebenso kann sich die Farbe unter Hitzeeinwirkung wieder lösen. Konkret verbietet sich also das eigenständige Bedrucken von Einladungen, Rundschreiben usw. auf dem Laserdrucker.

Digital drucken?

Wie bisher ersichtlich, haben Sie höchstwahrscheinlich selbst schon Erfahrungen mit dem einen oder anderen digitalen Druckverfahren gemacht. Der Trend in diese Richtung ist eindeutig. Mit der Entwicklung hin zum Digitalen – weg vom Analogen – wird auch der Digitaldruck immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das gilt jetzt schon für den Workflow, der Ihnen erlaubt, Ihre Druckdaten bequem vom eigenen Rechner an die Druckerei zu senden, wo sie ebenso rasch an die Druckmaschine weitergeleitet werden.

Freilich: Der Bedarf insgesamt an gedruckten Produkten wird zurückgehen. Überall dort, wo Papier und andere Ressourcen eingespart werden können, ist diese Entwicklung unaufhaltsam. Davon sind besonders tagesaktuelle Medien (Zeitungen) betroffen. Allerdings darf der ästhetische Aspekt gut gemachter Druckprodukte nicht vernachlässigt werden. Letztendlich sind sie dort unersetzbar, wo es um Seriosität und Vertrauen geht: Geld, Urkunden und Verträge.

Bildquelle: ©Geber86 

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