Was ist Digitaldruck?

Perfekt geeignet für Kleinstauflagen
von RHKD 9 Monaten
Startseite  /  Was ist …  /  Was ist Digitaldruck?

Wie das so ist mit Trends: von den einen geliebt, von den ande­ren gehasst. Aller­or­ten tönt es, Digi­tal­druck sei ein ganz hei­ßer Trend in der Druck­in­dus­trie. Dabei ist das Ver­fah­ren weder neu noch umstrit­ten. Viel­mehr ist es die fol­ge­rich­ti­ge Ent­wick­lung inner­halb der umfas­sen­den, ste­tig vor­an­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung. Sie benö­ti­gen eine klei­ne Auf­la­ge und haben wenig Zeit? Dann soll­ten Sie sich näher mit dem Digi­tal­druck befas­sen.

Entwicklung des Digitaldrucks

Fast das gan­ze 20. Jahr­hun­dert domi­nier­te der Off­set­druck die Welt der gedruck­ten Medi­en. Für Bücher, Zei­tun­gen, Ver­pa­ckun­gen und alle wer­ben­den Bot­schaf­ten war – und ist – der Off­set­druck unein­ge­schränkt geeig­net. Nicht nur die Qua­li­tät in punc­to Farb­echt­heit und Schär­fe über­zeugt. Auch die Viel­sei­tig­keit der zu bedru­cken­den Unter­grün­de (neben Papie­ren eben­so Glas, Kunst­stoff, Kera­mik usw.) lässt kaum Wün­sche offen.

Im Gegen­satz zum Off­set­druck benö­tigt der Digi­tal­druck kei­ne fixe Druck­form. Die Vor­la­ge wird unmit­tel­bar vom Com­pu­ter an die Druck­ma­schi­ne über­mit­telt. Sie ken­nen das Sys­tem: Sowohl Tin­ten­strahl­dru­cker als auch Laser­dru­cker arbei­ten nach die­sem elek­tro­fo­to­gra­fi­schen Prin­zip. Und auch vom Foto­ko­pie­ren ist Ihnen der Digi­tal­druck aller Wahr­schein­lich­keit nach in der Pra­xis geläu­fig. Die­ses letz­te Bei­spiel zeigt, dass das digi­ta­le Druck­sys­tem auf eine lan­ge Geschich­te zurück­blickt: Auf Elek­tro­fo­to­gra­fie basier­te Kopier­ge­rä­te kamen schon in den 1950ern auf den Markt.

In der Indus­trie kom­men sowohl Tin­ten­strahl­dru­cker als auch Laser­dru­cker zum Ein­satz. Ers­te­re eig­nen sich ins­be­son­de­re für spe­zi­el­le Unter­grün­de (Eti­ket­ten, Auf­kle­ber usw.). Letz­te­re sind – wie im Heim­be­reich – kost­spie­li­ger in der Anschaf­fung und im Betrieb. Dafür über­zeu­gen sie jedoch bei Leis­tung und Qua­li­tät des Druck­bil­des.

Vorteile

Wor­in bestehen die Vor­tei­le des Digi­tal­drucks? Die Druck­bö­gen kön­nen fle­xi­bler gehand­habt und mit unter­schied­li­chen Vor­la­gen bedruckt wer­den, ohne dass erst eine neue Vor­la­ge ein­ge­rich­tet wer­den muss. Vor allem mehr­sei­ti­ge Doku­men­te las­sen sich so rasch und unkom­pli­ziert dru­cken. Auch das anschlie­ßen­de Zusam­men­tra­gen oder Sor­tie­ren ent­fällt hier­bei. Nicht zuletzt liegt ein Vor­teil für die Dru­cke­rei dar­in, dass sich die Maschi­nen leicht war­ten las­sen.

Dies alles führt dazu, dass sich klei­ne Auf­la­gen bis hin zu Ein­zel­dru­cken rech­nen. Vor allem, wenn sie zeit­nah umge­setzt wer­den müs­sen. Zu den bekann­tes­ten Pro­duk­ten zäh­len bei­spiels­wei­se Foto­bü­cher oder Print-on-demand-Druck­sa­chen wie Bücher im Pri­vat- oder Selbst­ver­lag.

Nachteile

Für den unge­üb­ten Beob­ach­ter erschlie­ßen sich fei­ne Qua­li­täts­un­ter­schie­de in der Farb­wie­der­ga­be oder der Rand­schär­fe nicht auf den ers­ten Blick. Doch im Bereich des Kunst­buchs etwa kann der Digi­tal­druck dem Off­set­druck – noch – nicht das Was­ser rei­chen. Ein wei­te­rer Nach­teil liegt beim Druck auf Papier in der For­mat­grö­ße, da die Maße der Druck­bö­gen hier die Ober­gren­ze fest­le­gen.

Schließ­lich eig­nen sich digi­ta­le Print­pro­duk­te nicht für den Ein­satz im Laser­dru­cker zu Hau­se. Der Grund: Im indus­tri­el­len Ver­fah­ren wird die Far­be mit­tels gro­ßer Hit­ze auf den Trä­ger gebracht. Eben­so kann sich die Far­be unter Hit­ze­ein­wir­kung wie­der lösen. Kon­kret ver­bie­tet sich also das eigen­stän­di­ge Bedru­cken von Ein­la­dun­gen, Rund­schrei­ben usw. auf dem Laser­dru­cker.

Digital drucken?

Wie bis­her ersicht­lich, haben Sie höchst­wahr­schein­lich selbst schon Erfah­run­gen mit dem einen oder ande­ren digi­ta­len Druck­ver­fah­ren gemacht. Der Trend in die­se Rich­tung ist ein­deu­tig. Mit der Ent­wick­lung hin zum Digi­ta­len – weg vom Ana­lo­gen – wird auch der Digi­tal­druck immer mehr an Bedeu­tung gewin­nen. Das gilt jetzt schon für den Work­flow, der Ihnen erlaubt, Ihre Druck­da­ten bequem vom eige­nen Rech­ner an die Dru­cke­rei zu sen­den, wo sie eben­so rasch an die Druck­ma­schi­ne wei­ter­ge­lei­tet wer­den.

Frei­lich: Der Bedarf ins­ge­samt an gedruck­ten Pro­duk­ten wird zurück­ge­hen. Über­all dort, wo Papier und ande­re Res­sour­cen ein­ge­spart wer­den kön­nen, ist die­se Ent­wick­lung unauf­halt­sam. Davon sind beson­ders tages­ak­tu­el­le Medi­en (Zei­tun­gen) betrof­fen. Aller­dings darf der ästhe­ti­sche Aspekt gut gemach­ter Druck­pro­duk­te nicht ver­nach­läs­sigt wer­den. Letzt­end­lich sind sie dort uner­setz­bar, wo es um Serio­si­tät und Ver­trau­en geht: Geld, Urkun­den und Ver­trä­ge.

Bild­quel­le: ©Geber86 

Kategorie:
  Was ist …

Artikel per Email verschicken