Visitenkarten: Tipps zur Gestaltung

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18. April, 2013

Gut gestal­tete Visi­ten­kar­ten gel­ten als die kleinste Wer­be­platt­form eines Unter­neh­mens. Ihre Über­rei­chung zeugt von Inter­esse und kann das Bild des Unter­neh­mens mit­un­ter stark beein­flus­sen. Was es bei der Gestal­tung zu beach­ten gibt und wie man das zu reprä­sen­tie­rende Unter­neh­men ins rich­tige Licht rückt, dar­über soll es in die­sem Blog­bei­trag gehen.

Warum noch Visitenkarten?

Mitt­ler­weile wird unser Leben von digi­ta­len Medien bestimmt. Aus die­sem Grund scheint es nur all zu selbst­ver­ständ­lich, dass immer mehr auf eine »alt­mo­disch« gedruckte Visi­ten­karte ver­zich­ten und auf ihr digi­ta­les Pen­dant zurück­grei­fen. Schnell wird das Smart­phone gezückt und dem Gegen­über gezeigt, wer man ist. Der Aus­tausch eines Links ist hier­bei bereits oft das höchste der Gefühle. Jedoch ist durch die weite Ver­brei­tung von digi­ta­len Medien die sub­jek­tive Wer­tig­keit von Druck­pro­duk­ten exor­bi­tant gestie­gen. Ein gedruck­ter und unter­schrie­be­ner Brief erzeugt gerade heute einen weit­aus höher­wer­ti­gen Ein­druck als noch vor 20 Jah­ren. Eine gute gestal­tete, »alt­mo­di­sche« Visi­ten­karte gibt dem Emp­fän­ger etwas Greif­ba­res in die Hand.

Die Formatfrage

Eine nor­male Visi­ten­karte wird zumeist im Scheck­kar­ten­for­mat (85mm x 55 mm) gedruckt. Jedoch sollte man sich auf die­ses For­mat nicht ver­stei­fen. Eine Visi­ten­karte hat kein fest­ge­leg­tes For­mat und kann von einem gefal­te­ten DIN A2 Pos­ter bis hin zu Micro-Versionen (bspw. 55 mm x 15 mm) rei­chen. Jedoch brin­gen solch exo­ti­sche For­mate einige Pro­bleme mit sich. Ein Pos­ter passt schlecht in ein Porte­mon­naie und ist schlecht trans­por­tier­bar (für beide Sei­ten), wäh­rend eine Mikro-Variante zwar in jedes Porte­mon­naie pas­sen sollte, jedoch recht wenig Platz für Infor­ma­tio­nen beinhal­tet. Aus die­sem Grund habe ich ein­mal die gän­gigs­ten For­mate für Visi­ten­kar­ten zusammengefasst.

Welche Informationen müssen drauf?

Prin­zi­pi­ell bie­tet eine übli­che Visi­ten­karte doch recht wenig Platz. Aus die­sen Grün­den sollte man sich schon vor der Gestal­tung über­le­gen, wel­che Infor­ma­tio­nen wirk­lich auf die Visi­ten­karte kom­men müs­sen. Eine feste Regel gibt es auch hier nicht, jedoch soll­ten der Name und min­des­tens eine Kon­takt­mög­lich­keit (Email, Adresse, Tele­fon­num­mer, Web­site etc.) nicht feh­len. Auch hier haben sich im Laufe der Zeit Stan­dards ein­ge­schli­chen, die man fall­weise jedoch auch igno­rie­ren darf. Benö­tigt der Benut­zer wirk­lich vier ver­schie­dene Tele­fon­num­mern oder ist man am bes­ten unter einer ein­zi­gen erreich­bar? Das Ziel sollte sein: »So viel wie nötig, doch so wenig wie möglich.«

Das richtige Papier.

Neben einer pro­fes­sio­nel­len Gestal­tung ist das Papier das wich­tigste Ele­ment von Visi­ten­kar­ten und kann über Erfolg oder Miss­er­folg ent­schei­den. Visi­ten­kar­ten aus 160 g/qm Papier zu über­rei­chen, sollte man auf alle Fälle ver­mei­den. Nie wirk­lich falsch liegt man mit einer Gram­ma­tur von min­des­tens 300 g/qm. Für wirk­lich exklu­sive Gestal­tun­gen wer­den Papiere von bis zu 600 g/qm ver­wen­det, wel­che meis­tens mit dem Letterpress-Verfahren kom­bi­niert werden.

Welches Druckverfahren?

Digi­tal­druck, Bogen-Offset oder doch lie­ber Let­ter­press? Die Wahl des rich­ti­gen Druck­ver­fah­rens ist durch­aus fall­ab­hän­gig und sollte vor der Gestal­tung und der Papier­aus­wahl gesche­hen. Benö­tigt man grö­ßere Men­gen an per­so­na­li­sier­ten Visi­ten­kar­ten, so bie­tet sich das Digi­tal­druck­ver­fah­ren an. Bleibt das Druck­bild gleich, die Auf­lage jedoch hoch (1000 Stück und dar­über), bie­tet der Offset-Druck eine lukra­ti­vere Alter­na­tive, wäh­rend bei einer klei­ne­ren Auf­lage der Digi­tal­druck wie­der seine Stär­ken aus­spie­len kann. Sollte die Ent­schei­dung auf wenige, aber exklu­sive Visi­ten­kar­ten fal­len, so wäre eine Umset­zung im Letterpress-Verfahren die wohl beste Vari­ante – bedarf jedoch einer ande­ren Her­an­ge­hens­weise an die Gestaltung.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Ein Stück Papier und ein biss­chen Tinte, fer­tig ist die Visi­ten­karte. In den meis­ten Fäl­len mag dies durch­aus zutref­fen, jedoch bie­tet die Druck­in­dus­trie mitt­ler­weile die ver­schie­dens­ten Druck­ver­ede­lun­gen an. Wer sich also nicht vom Stan­dard lösen und trotz­dem Ein­druck hin­ter­las­sen will, dem ste­hen Metho­den wie Spot­la­ckie­rung, Foli­en­ka­schie­rung, Blind­prä­gung und andere Ver­ede­lungs­me­tho­den zur Ver­fü­gung. Der Ein­satz sol­che Ver­ede­lungs­me­tho­den bedarf jedoch häu­fig einer gewis­sen Fach­kennt­nis über die Druck­pro­duk­tion und das zu bedru­ckende Material.

Was sollte man vermeiden?

Spe­zi­elle Visi­ten­kar­ten­pro­gramme und vor­per­fo­rierte Druck­bö­gen für den hei­mi­schen Aus­druck sind häu­fig bil­lig, hin­ter­las­sen jedoch genau die­sen Ein­druck. Ein unsau­be­res Druck­bild, die unschöne Per­fo­ra­ti­ons­kante und meis­tens ein min­der­wer­ti­ges Papier ver­mit­teln ihrem Emp­fän­ger eines Ama­teurs, statt eines pro­fes­sio­nel­len Geschäfts­manns oder –frau. Übri­gens kön­nen die Preise sol­cher Pakete denen einer pro­fes­sio­nel­len Dru­cke­rei bei wei­tem über­stei­gen. Wieso also mehr aus­ge­ben, wenn es auch güns­ti­ger und schö­ner geht?

Vergessen Sie alles …

… was Sie bis­her von Visi­ten­kar­ten ken­nen und ver­ste­hen Sie die genann­ten Punkte eher als Hin­weise, nicht als feste Regeln. Sie sind Stein­metz? Warum eine Visi­ten­karte aus Papier, wenn es auch schwar­zer Schie­fer sein könnte? Viel­leicht sind Sie aber auch Kon­di­tor­meis­ter und möch­ten ihren Kun­den direkt Ihr Kön­nen bewei­sen, indem Sie die Ver­pa­ckung einer Scho­ko­la­den­ta­fel (am bes­ten selbst her­ge­stellt) als Visi­ten­karte nut­zen? Wirk­li­che Gren­zen gibt es nicht und wer wirk­lich auf­fal­len möchte, der sollte sich von den bekann­ten Stan­dards lösen und dem Emp­fän­ger sei­ner Visi­ten­karte überraschen.

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