Farbe im Grafikdesign: 2. Warum wir Farben sehen

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05. Februar, 2013

Im ers­ten Teil der Reihe »Farbe im Gra­fik­de­sign«, haben wir uns zunächst betrach­tet, was Farbe eigent­lich ist, aber nicht, warum wir Farbe eigent­lich wahr­neh­men. Wozu benö­ti­gen wir die Farb­wahr­neh­mung und warum hat sie sich evo­lu­tio­när entwickelt. 

 

Farbe differenziert gleichartige Objekte.

Warum sich das Farb­se­hen beim Men­schen aus­ge­prägt hat, kann noch nicht mit Sicher­heit gesagt wer­den. Wahr­schein­lich ist aber, dass sich unsere Farb­wahr­neh­mung ent­wi­ckelt hat, um gleich­ar­tige Objekte bes­ser aus­ein­an­der­hal­ten zu kön­nen und Gefah­ren schnel­ler und bes­ser zu erken­nen. Als Jäger und Samm­ler muss­ten wir die gif­ti­gen Bee­ren von den ungif­ti­gen unter­schei­den und auf der Jagd, unsere Beute frühst­mög­lich erken­nen. Zu einer Zeit, als wir Men­schen noch natür­li­che Feinde hat­ten, war es wohl ebenso von Vor­teil, ein Feind schon auf weite Dis­tan­zen von der Vege­ta­tion unter­schei­den zu kön­nen. Dar­über hin­aus haben wir Men­schen weder einen guten Geruchs– oder Gehör­sinn und konn­ten dank auf­rech­tem Gang vor allem eines: Sehr weit sehen. Da wir von Natur aus tagak­tive Lebe­we­sen sind, liegt es eben­falls nahe, dass unsere Augen sich auf das Spek­trum des tags­über vor­herr­schen­den Lich­tes spe­zia­li­siert haben. Nach­ak­tive Tiere hin­ge­gen, haben meis­tens eine ein­ge­schränkte Farb­sicht und sich auf andere Wel­len­län­gen, wie dem des Infra­rot­be­rei­ches spe­zia­li­siert. Auch der Mensch kann Infra­rot­wel­len wahr­neh­men, jedoch nicht mit den Augen, son­dern mit den Wär­me­sen­so­ren unse­rer Haut. Man könnte also sagen, dass wir auch mit der Haut sehen können.

Wie stark Farbe allein unter­schied­li­che Objekte von­ein­an­der dif­fe­ren­zie­ren kann, zeigt das fol­gende Bild. Beide Recht­ecke haben die­sel­ben Hel­lig­keit sowie Sät­ti­gung und unter­schei­den sich nur in der Wel­len­länge, mit der sie das Licht aus­strah­len. Ein Mensch oder Lebe­we­sen ohne Farb­wahr­neh­mung würde eine ein­heit­li­che Flä­che wahr­neh­men. Das untere der bei­den Bei­spiele zeigt die Aus­wir­kun­gen von zwei unter­schied­li­chen Farb­flä­chen bei einer Rot-Grün-Schwäche (Deu­ter­a­no­pie).

Farbe im Grafikdesign - Schaubild zum Thema Flächenbildung durch Farbe und Auswirkungen von Farbblindheiten auf Farbgebung innerhalb von Designs

Auswirkungen im Grafikdesign

Wer sich nun denkt, dass wir bis­her den Punkt Gra­fik­de­sign noch nicht behan­delt haben, der irrt. Wie in Teil 1 schon beschrie­ben, haben Far­ben bereits eine psy­cho­lo­gi­sche Wir­kung auf uns Men­schen. Unter­be­wusst ver­bin­den wir mit bestimm­ten Far­ben, je nach kul­tu­rel­ler und indi­vi­du­el­ler Prä­gung, Gefühle und Eigen­schaf­ten, wel­che uns zu einer bestimm­ten Hal­tung ver­an­las­sen. Auch der jet­zige Bei­trag hatte das Thema Gra­fik­de­sign im Hin­ter­grund. Im Bild etwas wei­ter oben haben wir gese­hen, welch star­ken Kon­trast Far­ben haben kön­nen, obwohl sie die glei­chen Hel­lig­keits– und Sät­ti­gungs­werte besit­zen und wie sich ein sol­cher Kon­trast auf far­ben­blinde Men­schen aus­wir­ken kann.

 

Im nächs­ten Teil der Bei­trags­reihe drin­gen wir jedoch etwas tie­fer in die Mate­rie »Farbe und Gra­fik­de­sign« ein und las­sen die tro­ckene Theo­rie hin­ter uns.

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