Farbe im Grafikdesign: 4. Der Farbkontrast

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21. Februar, 2013

Was ist ein Farbkontrast?

Nachdem wir uns in den vergangenen Beiträgen angesehen haben, warum wir Farbe überhaupt wahrnehmen und wie die unterschiedlichen Farben auf uns wirken, kümmern wir uns in diesem Teil um die sogenannten Farbkontraste. Der Begriff »Kontrast« kommt ursprünglich aus der lateinischen Sprache und bedeutet soviel wie »etwas Gegensätzliches«.
Im Grafikdesign spielen Farbkontraste und Farbharmonien (nächster Artikel) eine bedeutende Rolle. Sie können einem Layout eine gewisse Spannung verleihen, seine Aussage unterstreichen oder die Aussage selbst kontrastieren.

Die sieben Farbkontraste

Hell-Dunkel-Kontrast

Farbe im Grafikdesign Hell Dunkel Kontrast HDK

Der Hell-Dunkel-Farbkontrast (kurz HDK) kann sowohl bei Unbunten als auch bei Buntfarben auftreten. Der HDK wirkt plastisch, da sich hellere Farben in den Vordergrund drängen, während dunkle Farbtöne sich eher in die Tiefe zurückziehen. Des Weiteren bietet ein starker HDK eine klare visuelle Führung des Betrachters von wichtigen (hellen) Objekten, hin zu den untergeordneten (dunklen) Elementen.

Kalt-Warm-Kontrast

Farbe im Grafikdesign Kalt-Warm-Kontrast

Das Spiel von »Eis und Feuer«, so könnte man den Warm-Kalt-Kontrast wohl bezeichnen. Zusammen mit dem Qualitätskontrast (siehe unten), spielt der Warm-Kalt-Kontrast z.B. in der Landschaftsmalerei eine entscheidende Rolle für die Tiefenwirkung. Objekte, welche sich in weiter Ferne befinden, nehmen durch atmosphärische Einflüsse eine bläuliche Färbung an und verlieren ihrer Farbqualität (siehe Qualitätskontrast).

Side-Fact: Durch die fehlende Atmosphäre und der damit fehlenden Farbverschiebung fiel es den Teilnehmern von Mondmissionen schwer, Entfernungen auf unserem Trabanten abzuschätzen.

Farbe-an-sich-Kontrast

Farbe im Grafikdesign Farbe-An-Sich-Kontrast

Stellt man mindestens zwei Farben derselben Helligkeit und Sättigung gegenüber, entsteht der Farbe-an-sich-Kontrast. Der FASK ist somit der einfachste aller Farbkontraste und gleichzeitig einer der lautesten, was seine Wirkung angeht.

Qualitätskontrast

Farbe im Grafikdesign Qualitätskontrast

Mischt man Farben mit den unbunten Farben Weiß, Schwarz und Grau, entstehen entweder dunklere, hellere oder weniger gesättigte Versionen des vorherigen Farbtons. Stellt man einer dieser Mischtöne nun der Klarfarbe gegenüber, spricht man von einem Qualitätskontrast. 

Quantitätskontrast

Farbkontrast im Grafikdesign Quantitätskontrast

Der Quantitätskontrast beschreibt die proportionale Verteilung von zwei oder mehreren Farbflächen, welche in Verbindung zueinanderstehen. Vor allem im Grafikdesign wird häufig eine gezielte Disharmonie in der Quantität von Farbflächen genutzt, um Layouts spannender wirken zu lassen. Möchte man jedoch keine Disharmonie, sondern eine ausgeglichene Wirkung erzeugen, gibt es einige Regelmäßigkeit zu beachten. Bei der harmonischen Flächenverteilung von Blau und Orange benötigt man eine zweimal größere Fläche in Orange, um die Wirkung der blauen Fläche harmonisch zu reglementieren.

Komplementärkontrast

Farbkontraste im Grafikdesign Komplementärkontrast

Stehen sich zwei Farben im Farbkreis genau gegenüber, spricht man von einem Komplementärkontrast. Der Komplementärkontrast gilt als einer der stärksten Farbkontraste und birgt die Besonderheit, dass die Wirkungen beider Farben sich verstärken. So wirken beispielsweise Blau und Orange zusammen viel intensiver, als die einzelne Farbe für sich. Benutzt man nicht den direkt gegenüberliegenden Farbton, sondern weicht leicht davon ab, spricht man von Teilkomplementär. Der Komplementärkontrast birgt einige Hürden, vor allem bei der Gestaltung mit Text. Es sollte vermieden werden, dass Hintergrund und Text einen Komplementärkontrast bilden, um ein unangenehmes Flimmern zu vermeiden.

Simultankontrast

Farbe im Grafikdesign Simultankontrast

Beim Simultankontrast handelt es sich um eine subjektive, real nicht vorhandene Farbwahrnehmung von zwei Farbflächen. Der Simultankontrast kann die Farbwahrnehmung einer Fläche mitunter stark verfälschen und, wie im Beispielbild zu sehen, ein graues Quadrat eine eigentlich nicht vorhandene Farbigkeit zuweisen. Im Grafikdesign kann der Simultankontrast entweder gezielt genutzt werden oder durch das gezielte Beimischen von Komplementärfarben ausgeglichen werden. Beispiel: Ein weißes Quadrat innerhalb einer roten Fläche wird nicht als weiß, sondern als warmweiß/cremefarben wahrgenommen. Möchte man diesen Effekt vermeiden, sollte man das Weiß mit etwas Cyan mischen.

 

Habt ihr einen lieblings Farbkontrast? Wenn ja, welcher? Wo habt ihr zuletzt einen erfolgreich eingesetzten Farbkontrast beobachten können und wie wichtig sind Farbkontraste in eurer alltäglichen Arbeit?

One Comment

Senfabgabe
  • Horstt sagt:

    Ich finde dise seite sehr kut sie hat mir sehr baim lernen für die Kunstarbeit geholfen ihr habt die texte würklich gut formolirt nur den über den simultankontrast muste ich noch woanders nachforschen.