Corporate Design mit kleinem Budget?

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29. November, 2012

Cor­po­rate Design ver­bin­den die wenigs­ten mit einem klei­nen Bud­get. Wen wun­dert es also, dass große Unter­neh­men bis in die Mil­lio­nen­be­träge gehen, um sich ein maß­ge­schnei­der­tes Unter­neh­mens­bild anfer­ti­gen zu las­sen? Was aber tun, wenn die Bäcke­rei Schmidt oder der Schrei­ner­meis­ter Mül­ler bei einem anfragt?

»Gewusst wie!«, sollte hier das Motto lau­ten. Denn auch mit klei­ne­rem Bud­get kann man bereits ein ein­heit­li­ches und pro­fes­sio­nel­les Cor­po­rate Design ermöglichen.

Corporate Design Bedarfsermittlung.

»Ein Cor­po­rate Design für 2.000€? Wie stel­len Sie sich das denn vor?! Nein, das geht nicht!«
Ohne auch nur die Frage zu stel­len, was der Kunde denn eigent­lich für ein Unter­neh­men führt und was die­ses für Anfor­de­run­gen an einen visu­el­len Auf­tritt hat, wurde der Auf­trag abge­lehnt. Dies ist kein aus­ge­dach­tes Bei­spiel, son­dern harte Rea­li­tät, wie sie mir nicht nur ein­mal begeg­net ist.
Lei­der wird klei­nen Kun­den meist die Tür vor der Nase zuge­schla­gen oder ihnen erklärt, sie soll­ten doch bitte auf ein rich­ti­ges Bud­get auf­sto­cken – was in den meis­ten Fäl­len abso­lut nicht not­wen­dig wäre.
Was gerne ver­ges­sen wird: Kleine Unter­neh­men haben gerin­gere Anfor­de­run­gen an ein Cor­po­rate Design als Groß­kon­zerne. Weni­ger Anfor­de­run­gen heißt für uns als Desi­gner: Weni­ger Arbeit in der Kon­zep­tion, Gestal­tung und Einführung.

Produktionskosten senken.

Es muss nicht immer die »Luxus­dru­cke­rei« mit Inli­ne­ver­ede­lung und ande­ren Extra­würs­ten sein. Vor allem kleine Auf­trag­ge­ber wer­den sich die­sen Luxus auf Dauer nicht leis­ten kön­nen oder wol­len ihre Dru­cker­zeug­nisse sogar selbst her­stel­len. Natür­lich berei­tet uns die­ser Umstand ab und an Zahn­schmer­zen, aber erfah­rene Gestal­ter soll­ten auch hier ihr Hand­werk ver­ste­hen und Alter­na­ti­ven anbie­ten kön­nen, wie man das Pro­blem lösen könnte. Weiß man erst ein­mal, wie der Kunde seine Druck­pro­dukte her­stel­len möchte, was er für ein tech­ni­sches Know-How besitzt oder ob er die Auf­ga­ben einem Profi über­lässt, kann man ihn ent­spre­chend bera­ten und diese Fak­to­ren in die Kon­zep­tion sowie Gestal­tung mit einbeziehen.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Ob wir den Auf­trag unter allen Aspek­ten der Nach­hal­tig­keit pro­du­zie­ren kön­nen, hängt immer von der Situa­tion, dem Bud­get und dem Kun­den selbst ab. Eines soll­ten wir bei einer Low-Budget-Produktion jedoch stets im Gedächt­nis behal­ten: die öko­no­mi­sche Nach­hal­tig­keit des zu erstel­len­den Cor­po­rate Designs.
Nur weil Frau Mül­ler nun 3.000 EUR für ein neues Cor­po­rate Design ihres Fami­li­en­be­triebs zur Ver­fü­gung stel­len kann, heißt dies nicht, dass sie in den nächs­ten Mona­ten wie­der 3.000 EUR für die Nach­pro­duk­tion ihrer Druck­sa­chen inves­tie­ren kann. Als Desi­gner sind wir nicht nur mit der Auf­gabe betraut wor­den einen ästhe­tisch anspre­chen­den Unter­neh­mens­auf­tritt zu gestal­ten, son­dern eben­falls für des­sen spä­tere, rei­bungs­lose Umset­zung verantwortlich.

Was ist machbar?

Was mach­bar ist und was nicht, lässt sich nicht pau­schal sagen. Als inter­es­sier­ter Auf­trag­ge­ber emp­fiehlt es sich daher stets Kon­takt, zu einem erfah­re­nen Desi­gner oder einer Agen­tur auf­zu­neh­men. Ein erfah­re­ner Desi­gner sollte Sie dies­be­züg­lich bera­ten können.

Die wichtigsten Punkte.

Um Desi­gnern einen kur­zen Über­blick zu bie­ten, was bei einer Bera­tung eines Low-Budget-Kunden von Nöten ist, habe ich die wich­tigs­ten Punkte, aus mei­ner Sicht, noch ein­mal aufgelistet.

Diese Liste soll, muss und darf natür­lich ergänzt werden.

Bedarfsermittlung

Produktion

Fazit

Ein visu­el­les Erschei­nungs­bild ist heute wich­ti­ger denn je – auch für kleine Unter­neh­men mit wenig finan­zi­el­len Mit­teln. Als Desi­gner ste­hen wir hier­bei vor eini­gen tech­ni­schen Hür­den und Ein­schrän­kun­gen, was wahr­schein­lich einer der Gründe ist, warum viele davor zurück­schre­cken. Doch bedeu­tet »krea­ti­ves Arbei­ten« eben nicht von Foli­en­prä­gun­gen, 3D-Lackierungen und ähn­li­chen Ver­ede­lungs­tech­ni­ken zu träu­men, son­dern eine Lösung für ein gege­be­nes, visu­el­les Pro­blem zu ent­wi­ckeln.
»Trauen, bera­ten und schauen was geht!«, ist mein ganz per­sön­li­ches Fazit zu die­sem Thema.

 

Wie steht ihr zu Low-Budget-Kunden? Fin­det ihr die Arbei­ten für kleine Kun­den viel­leicht sogar span­nen­der als für große Kon­zerne oder seid ihr der Mei­nung, dass kleine Kun­den gar kein Cor­po­rate Design benötigen?

One Comment

Senfabgabe
  • Ein sehr schö­ner Arti­kel der genau meine Erfah­run­gen der letz­ten Jahre wie­der­spie­gelt. Eine pau­schale Aus­sage wie teuer ein Cor­po­rate Design sein muß, kann man über­haupt nicht tref­fen. Ich habe die Erfah­rung gemacht das oft die gut geplante und ein­heit­li­che!!!! Dar­stel­lung des Unter­neh­mens über alle Medien hin­weg viel wich­ti­ger ist als gra­fi­sche Höchst­leis­tun­gen oder exklu­sive Ver­ed­lun­gen. Wenn das Bud­get klein ist muss man halt ver­su­chen, mit ein­fa­chen Mit­teln viel zu errei­chen. Mit einer wirk­lich guten Idee kann man auch mit ein­fachs­ten Stan­dard Print­pro­duk­ten ein Unter­neh­men wir­kungs­voll ins Ram­pen­licht stel­len. Auf jeden Fall ist ein (noch so klei­nes) Cor­po­rate Design ein abso­lu­tes »must have!« auch für kleine Unternehmen.