Branded Interactions von Marco Spies

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19. November, 2012

Buchfront von Branded Interactions

 

Die Welt wird digi­ta­ler. Auch wenn klas­si­sche Medien nicht ganz ver­schwin­den wer­den, wird sich der Schwer­punkt in Rich­tung digi­ta­ler Mar­ken­er­leb­nisse ver­schie­ben. Genau hier setzt das neu­er­schie­nene Buch »Bran­ded Inter­ac­tions« von Marco Spies an und möchte als pra­xis­na­hes Fach­buch und Quelle der Inspi­ra­tion für all jene die­nen, die sich mit der Gestal­tung von Mar­ken­er­leb­nis­sen beschäf­ti­gen. Ich habe mir das Buch ein­mal ange­se­hen und wollte wis­sen, ob nur die Beschrei­bung so gut klingt – wie so häu­fig – oder es den hohen Erwar­tun­gen letzt­end­lich auch stand­hal­ten kann.

Branded Interactions

Das 362 Sei­ten umfas­sende Werk wirkt äußer­lich satt an Inhalt und schon beim ers­ten Auf­schla­gen und Über­flie­gen der Inhalte, ver­flüch­tig­ten sich erste Befürch­tun­gen, dass das Buch even­tu­ell nur tro­ckene, theo­re­ti­sche Lek­türe sein könnte. Das Werk trieft – im posi­ti­ven Sinn – vor Fall­bei­spie­len, Check­lis­ten, kon­kre­ten Anlei­tun­gen bzw. Fra­ge­stel­lun­gen und her­vor­ra­gen­den Info­gra­fi­ken. Kurz gesagt: Es über­traf meine Erwar­tun­gen bei Weitem.

 

Schaubild von Branded Interactions

Gestaltung

Muss man bei einem Buch aus dem Ver­lag Hermann-Schmidt wirk­lich über den ers­ten Ein­druck der Gestal­tung reden? Eigent­lich nicht! Es ist eben ein Hermann-Schmidt-Buch – schön anzu­se­hen und ange­nehm zu lesen. Die lobende Erwäh­nung der für das Lay­out ver­ant­wort­li­chen Desi­gne­rin Kat­rin Scha­cke, finde ich hier mehr als angebracht :).

Fachlektüre mit Charme

Fach­bü­cher haben häu­fig ein Pro­blem: Sie rie­chen schon vorab nach nüch­ter­ner und witz­lo­ser Lek­türe! Bran­ded Inter­ac­tions macht aller­dings durch­gän­gig Spaß und weckt die Lust auf mehr. So las ich vor Begeis­te­rung das kom­plette Buch inner­halb eines Tages. Marco Spies schafft es einen genau dort abzu­ho­len, wo man es sich als Leser wünscht. Näm­lich weder am Ende noch irgendwo in der Mitte, son­dern vor Projektbeginn.

Praxisbeispiele aus Branded Interactions

Kein schwammiges Gelaber

Jedes Pro­jekt steht und fällt mit des­sen Vor­be­rei­tung – sei­nem Fun­da­ment. Bran­ded Inter­ac­tions küm­mert sich des­halb zunächst um genau jene Grund­sub­stanz, wel­che jedem Pro­jekt zugrunde lie­gen sollte. Kon­krete Fra­ge­stel­lun­gen für das Kun­den­brie­fing, Vor­schläge für eine Team­zu­sam­men­set­zung oder Rol­len­ver­tei­lung der ein­zel­nen Pro­jekt­mit­glie­der sind nur einige der Punkte, die für den Leser bereit­ge­stellt wer­den. Vor allem die Pra­xis­er­fah­rung des Autors ver­leiht dem Buch sei­nen deut­li­chen Mehr­wert. So bie­tet Marco Spies alter­na­tive Lösungs­an­sätze, stellt gewohnte Abläufe infrage und/oder ergänzt diese durch eigene Erfahrungen.

Auch mit Res­sour­cen wird nicht gegeizt. So fin­den sich im Buch viele Links zu wei­ter­füh­ren­den Sei­ten oder Online-Ressourcen für eine bestimmte The­ma­tik wie z.B. sozio­de­mo­gra­fi­sche Stu­di­en­er­geb­nisse und Ähn­li­ches. Damit man nicht end­los lange Links abtip­pen muss, wur­den alle Links als Short­links ange­ge­ben, was die Benut­zung defi­ni­tiv vereinfacht.

 

Infografik in Branded Interactions

Checkliste aus Branded Interactions


Übertragbare Konzepte und Thesen

Auch wenn sich das Buch in ers­ter Linie um die Kon­zep­tion, Gestal­tung und Durch­füh­rung von digi­ta­len Mar­ken­er­leb­nis­sen dreht, so sind die darin beschrie­be­nen Tech­ni­ken und Her­an­ge­hens­wei­sen durch­aus auch auf klas­si­sche Medien zu über­tra­gen. Zwar bezie­hen sich alle Bei­spiele natür­lich auf die digi­tale Welt, bie­ten aber genü­gend Raum zur Adap­tion auf klas­si­sche Medien.

 

Kaufen lohnt sich!

Egal ob Novize, Fort­ge­schrit­te­ner oder Experte, mit »Bran­ded Inter­ac­tions« hat Marco Spies es geschafft, geball­tes Wis­sen, schön gestal­tet und pra­xis­ori­en­tiert beschrie­ben, auf Papier zu brin­gen und für jede Erfah­rungs­stufe zugäng­lich zu machen. Ein Werk, wel­ches mei­ner Ansicht nach, kei­nem Krea­ti­ven feh­len sollte – egal ob in einer Full-Service-Agentur oder Frei­be­ruf­ler. Mit 68,00 EUR Anschaf­fungs­kos­ten gehört es ganz sicher nicht zu den güns­tigs­ten Büchern, lässt dafür aber kei­ner­lei Wün­sche offen und bie­tet sei­nen Lesern Ein­bli­cke, wie es man­che – weit­aus höher­prei­sige – Work­shops nicht erlau­ben mögen. Für mich ist »Bran­ded Inter­ac­tions« der­zei­tig mein per­sön­li­ches Lieb­lings­buch 2012.

 

Zu erwer­ben ist das Buch direkt beim Ver­lag oder auf allen bekann­ten Platt­for­men wie z.B. Ama­zon oder Bücher.de (keine Affiliate-Links).

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