Brainstorming: So geht es richtig!

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17. Dezember, 2012

Brain­stor­ming ist einer der bekann­tes­ten und wohl am häu­figs­ten ange­wand­ten Krea­ti­vi­täts­tech­ni­ken welt­weit. Jeder Krea­tive kennt sie, liebt sie und/oder hasst sie. Letz­te­res liegt wahr­schein­lich nicht zuletzt daran, dass rich­ti­ges Brain­stor­ming nur die Wenigs­ten beherr­schen, die diese Tech­nik anwen­den, dabei sind die grund­le­gen­den Regeln nicht all zu schwer zu erlernen.

Im Übri­gen ist Brain­stor­ming, ebenso wie alle ande­ren Krea­ti­vi­täts­tech­ni­ken, keine »Fire and For­get« Waffe in der krea­ti­ven Ide­en­fin­dung, son­dern benö­tigt eine gewisse Übung.

Vorbereitung

Um über­haupt eine erfolg­rei­che Brainstorming-Sitzung erwar­ten zu dür­fen, bedarf es einer gewis­sen Vor­be­rei­tung. Zu erst sollte, sofern in einer Gruppe gebrain­stor­med wird, ein Team­lei­ter ernannt wer­den, wel­cher die Sit­zung lei­ten und für die Ein­hal­tung der Regeln zustän­dig sein wird. Außer­dem sollte schon vor einem Brain­stor­ming die Pro­blem­stel­lung ana­ly­siert und bei kom­ple­xen Pro­jek­ten, diese in ein­zelne Fra­ge­stel­lun­gen auf­ge­teilt wer­den. Meh­rere Sit­zun­gen mit kla­ren und ein­fa­chen Fra­ge­stel­lun­gen sind wesent­lich ertrag­rei­cher, als ein lan­ges und anstren­gen­des Krea­tiv­mee­ting zu einem kom­ple­xen Pro­blem. Bei der For­mu­lie­rung der Frage sollte man dar­auf ach­ten, dass diese so ein­fach und prä­zise wie mög­lich for­mu­liert wird. Die bes­ten Fra­ge­stel­lun­gen sind jene, die auch ein Fünft­kläss­ler ver­ste­hen würde.

Rich­tig: »Wie kön­nen wir mit einem Bild zei­gen, dass der neue Kaf­fee­voll­au­to­mat von XYZ stär­ke­ren Kaf­fee zube­rei­ten kann, als andere Kaffeevollautomaten?«

Falsch: »Wie kön­nen wir der Ziel­gruppe des Unter­neh­mens XYZ näher­brin­gen, dass der Kaf­fee­voll­au­to­mat XYZ mit sei­ner neuen ›Super-Strong-Build-In-Coffee‹ Funk­tion, den stärks­ten Kaf­fee zube­rei­ten kann und neben­bei noch ein­fach zu rei­ni­gen ist und ener­gie­ef­fi­zi­ent arbeitet?«

Teilnehmer

Das schönste am Brain­stor­ming ist, dass diese Methode eben­falls alleine ange­wen­det wer­den kann. Ein alleine durch­ge­führ­tes Brain­stor­ming ist jedoch meist nicht so effek­tiv wie eine Grup­pen­sit­zung – es fehlt ein­fach der Reiz, der von frem­den Ideen ange­facht wird. Beson­ders gut sind Teil­neh­mer geeig­net, wel­che sich auch pri­vat gut ver­ste­hen, da die Char­me­grenze – ein äußerst wich­ti­ger Fak­tor bei die­ser Methode – bei Freun­den weit­aus gerin­ger liegt, als bei Arbeits­kol­le­gen. Auch die Unter­neh­mens­hier­ar­chie sollte in einem Brain­stor­ming keine Rolle spie­len. In einer Sit­zung hat jeder den glei­chen Rang. Kei­ner steht über oder unter dem Anderen.

Brainstorming: Das Regelwerk

Sitzt man erst mal im Brain­stor­ming, so gilt es, ein ppar Regeln unbe­dingt zu beach­ten. Für die Ein­hal­tung der Regeln ist der Grup­pen­lei­ter zustän­dig, wel­cher mög­lichst nicht am Brain­stor­ming teil­neh­men sollte und nur für des­sen kor­rek­ten Ablauf sorgt.
Die Regel der Regel lau­tet zunächst, dass alle Ideen erwünscht sind. Hier­bei spielt es keine Rolle, ob diese Idee absurd, anstö­ßig oder alt­ba­cken zu wir­ken scheint – sie muss raus! Der Punkt »absurd«, führt uns direkt zur zwei­ten Regel: Keine Idee wird wäh­rend des Mee­tings beur­teilt. Jedes Ide­en­frag­ment wird vom Grup­pen­lei­ter auf­ge­schrie­ben und wan­dert in den gro­ßen Ide­en­pool. Soge­nannte Kil­ler­phra­sen wie zum Bei­spiel: »Das ist nicht rea­li­sier­bar!« oder »Nein, das gefällt dem Kun­den eh nicht!« sind ein abso­lu­tes Tabu und durch eine gezielte Lei­tung der Sit­zung zu unter­bin­den. Bei ein­ge­spiel­ten Grup­pen kommt die­ses Zer­re­den ohne­hin nicht mehr vor. Zum Schluss kom­men wir zur letz­ten der gro­ßen Regeln wäh­rend eines Brain­stor­mings: Vor­ge­brachte Ideen gehö­ren kei­nem und dür­fen von jedem genutzt wer­den, um auf die­ser auf­zu­bauen. Die Dauer einer Brain­stor­ming Sit­zung sollte 30 Minu­ten nicht über­schrei­ten und sollte eine Sit­zung mal nicht funk­tio­nie­ren, sollte man nicht ver­su­chen, ihren Erfolg zu erzwin­gen. Ein­fach auf­hö­ren, sich mit etwas ande­rem oder einem ande­ren Thema beschäf­ti­gen und spä­ter – in einer neuen Sit­zung – die­ses Thema noch ein­mal vornehmen.

Nach der Sitzung

Ist das Brain­stor­ming erfolg­reich ver­lau­fen, wer­den die Ideen sor­tiert und zum ers­ten Mal qua­li­ta­tiv bewer­tet. Für die Bewer­tung der her­vor­ge­brach­ten Ideen eig­net sich ein sepa­ra­tes Team am bes­ten, da diese unvor­ein­ge­nom­men gegen­über den her­vor­ge­brach­ten Ideen sind.

Brainstorming Yay or Nay?

Wie alle ande­ren Metho­den (ich werde im Laufe der Zeit noch wei­tere vor­stel­len), hat auch das alt­be­kannte Brain­stor­ming seine Stär­ken und Schwä­chen. Zum einen ist es schnell erlern– und als Ein­zel­per­son durch­führ­bar, ande­rer­seits bedarf es etwas Dis­zi­plin in der Durch­füh­rung und eine Her­ab­set­zung der Char­me­grenze, um es erfolg­reich durch­zu­füh­ren. Hat man es aber ein­mal raus, kann man diese Tech­nik mit wei­te­ren Ele­men­ten erwei­tern und somit völ­lig neue Mög­lich­kei­ten des Brain­stor­mings schaffen.

VORTEILE:

+ schnell organisierbar

+ schnell zu erlernen

+ große Men­gen an Ideen möglich

+ allein durchführbar

NACHTEILE:

- nicht für jeden geeignet.

- funk­tio­niert am effek­tivs­ten in ein­ge­spiel­ten Gruppen.

- gro­ßer Auf­wand bei der Aus­wer­tung, da mit­un­ter große Ide­en­pools entstehen.

 

Nun die Frage: Wie steht ihr zum Thema Brain­stor­ming? Kommt ihr mit die­ser Tech­nik klar? Fin­det ihr sie brauch­bar oder bevor­zugt ihr lie­ber eine andere Tech­nik zur Ideenfindung?

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